Handcreme nach dem Händewaschen oder pflegende Desinfektionsmittel?

Nahaufnahme von Händen der Frau, die eine Feuchtigkeitscreme aufträgt

Handcreme nach dem Händewaschen oder pflegende Desinfektionsmittel?

Ihre Haut ist an einigen Stellen gerötet und rau? Zwischen den Fingern zeigen sich erste feine Risse? „Kein Wunder“, denken Sie jetzt vielleicht. „Ich habe mir auch noch nie so oft die Hände gewaschen und desinfiziert.“ Häufig werden Handdesinfektionsmittel mit trockener Haut und Hautekzemen in Verbindung gebracht. Doch das ist eher ein Mythos. Produkte mit der richtigen Formulierung enthalten pflegende Zusatzstoffe. Vielmehr schaden Wasser und Seife den Händen. Es sei denn, eine Handcreme kommt nach dem Händewaschen zum Einsatz. 

Immer mehr Menschen entwickeln juckende Handekzeme

Arbeitnehmer in medizinischen oder sozialen Berufen, können ein Lied von Hauterkrankungen, schmerzhaften Ekzemen oder Rissen auf den Händen singen. Nun, da wir alle stärker mit dem Thema Handsauberkeit und Handdesinfektion konfrontiert sind, sind schuppige und trockene Stellen, gespannte Haut oder Rötungen auch in anderen Berufszweigen keine Seltenheit mehr.

Ganz wichtig: Nehmen Sie diese Anzeichen unbedingt ernst und hinterfragen Sie Ihre Pflegeroutine. Für viele ist dann allerdings schnell klar: Das benutzte Handdesinfektionsmittel war‘s. Immerhin enthält dieses im Idealfall, wie von der WHO empfohlen, zwischen 60 und 80 Prozent Ethylalkohol. Und Alkohol entzieht bekanntlich Wasser.

Übermäßiges Händewaschen führt zu Hautirritationen

Doch so logisch diese Schlussfolgerung erscheinen mag. Sie stimmt so nicht. Häufig ist übermäßiges Händewaschen der Grund für Hautirritationen. Für die Haut bedeutet nämlich vor allem häufiges und intensives Händewaschen Stress, wie Hautärzte bestätigen. Sie beobachten, dass immer mehr Menschen juckende Handekzeme entwickeln. Einer von ihnen ist der Dermatologe Professor Christoph Skudlik: „Seife greift die Hautbarriere an“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Der 52-Jährige ist Chefarzt des Instituts iDerm mit Sitz an der Universität Osnabrück. Die Folge: Feuchtigkeit entweicht und kleinste Risse und Verletzungen entstehen. Das ist nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich. Denn so können schädliche Erreger in unseren Körper eindringen.

Ausgeglichen werden kann die mangelnde Feuchtigkeit durch Handcremes. „Halten Sie Ihre Haut mit gut abgestimmten Feuchtigkeitscremes von Marken Ihres Vertrauens gesund. So werden die natürlichen Lipide und der Feuchtigkeitsgehalt Ihrer Haut in Balance gehalten, die Zellregeneration der Haut steigert sich und Hauttrockenheit nimmt ab“, rät unser Gesundheitsexperte Jim Arbogast.

Händewaschen plus Handcreme

Im Berufsleben kann die Benutzung von Hautcremes nach dem Händewaschen allerdings schwierig sein, denn manche Cremes haben eine lange Einwirkzeit und hinterlassen einen öligen Film auf der Haut. Dieser bietet Keimen, die sich leicht durch das Anfassen von Gegenständen darin festsetzen können, einen idealen Nährboden. Erreger lieben das feuchtwarme Klima auf unseren Händen und gedeihen prächtig. Mit einem Griff ins Gesicht können sie auf unsere Schleimhäute gelangen und Krankheiten auslösen.

Was ist die Alternative? Haut- und gesundheitsverträglicher ist die Händedesinfektion. Und zwar mit einem Mittel, das pflegende Zusatzstoffe enthält, schnell einzieht und nichts als ein gepflegtes und trockenes Gefühl auf der Haut hinterlässt. Die enthaltenden Substanzen ersetzen die Fette, die der Haut durch die Desinfektion entzogen werden. So sind die Hände immer gut gepflegt und optimal gegen Umwelteinflüsse geschützt.

Handdesinfektion statt Handwäsche

In Gesundheitsberufen ist es aus den genannten Gründen schon lange Gang und Gäbe, es mit der Handwäsche nicht zu übertreiben und sich stattdessen die Hände zu desinfizieren. Daran können wir uns in der aktuellen Situation alle ein Beispiel nehmen.

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) rät Ärzten, Pflegern oder Krankenschwestern, die Hände zu Arbeitsbeginn mit Wasser und Seife waschen – und im Verlauf des Arbeitstages nur dann, wenn sie sichtbar schmutzig sind.

Wichtig ist, dass Sie in den Situationen, in denen Sie sich die Hände desinfizieren aber strikt dem Handhygiene-Protokoll folgen:

  • Tragen Sie das Produkt auf die trockenen Hände auf.
  • Reiben Sie die Hände, Handgelenke und den Bereich um die Fingernägel sowie die Fingerzwischenräume mindestens 30 Sekunden ein.
  • Warten Sie, bis die Haut vollkommen getrocknet ist.

Bleiben Sie gesund!

2. Oktober 2020