Hygiene in der Arztpraxis: Vorsicht vor der Keimflut auf Händen

Hygiene in der Arztpraxis: Vorsicht vor der Keimflut auf Händen
Von Sonja Dietz
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Hygiene in der Arztpraxis: Vorsicht vor der Keimflut auf Händen

In einer Arztpraxis ist eine optimale Hygiene Pflicht – für Ärzte, Arzthelfer und für Patienten. Welche Vorsichtsmaßnahmen zu einer verbesserten Hygiene in der Arztpraxis beitragen. 

In Arztpraxen haben Keime leichtes Spiel. Sie kommen mit den erkrankten Patienten ins Haus und haften nach einer Berührung mit den Händen auf Türklinken, der Empfangstheke, den Stühlen und Tischen im Wartezimmer und den dort ausgelegten Zeitungen. Diese sind oft besonders verkeimt, weil sie von Hand zu Hand wandern.

Von Stunde zu Stunde braut sich eine gefährlicher werdende Keim-Mischung zusammen, die früher oder später auch in die Sprechzimmer gelangt. Hier haften Keime auf Behandlungsliegen, dem Schreibtisch des behandelnden Arztes und den Sitzgelegenheiten für Patienten. 

Da sich in Arztpraxen vornehmlich immungeschwächte Patienten befinden, ist für sie das Risiko besonders hoch, sich in einem derart verkeimten Umfeld zusätzlich zu der eigentlichen Krankheit eine weitere Infektion zuzuziehen. Aber auch der Arzt und das Personal müssen vor schädlichen Mikroben und krankheitsauslösenden Einzellern geschützt werden. Alles andere gefährdet den reibungslosen Betrieb der Arztpraxis. 

Hygiene in Arztpraxen: Tipps für den Alltag

Um die Hygiene in Arztpraxen auf einem konstanten Niveau zu halten, müssen standardisierte Abläufe eingeführt und zuverlässig eingehalten werden, empfiehlt Sven Jäschke, General Manager der Prodene GmbH. Die Einhaltung eines feststehenden Hygieneprotokolls stellt sicher, dass Keimherde regelmäßig und zuverlässig beseitigt werden.

Es sollte nicht nur die tägliche Nassreinigung aller Praxisräume und -böden mit antibakteriellen Reinigungsmitteln für den professionellen Gebrauch umfassen. „Zusätzlich sollten im Verlauf des Tages Bereiche, die schnell wieder kontaminiert sind, regelmäßig abgewischt werden. Vor allem die Theke, die Liegen und die Tische. Das vermeidet Schlimmeres“, sagt Jäschke.

Positiv: Zeitlich ist das kein großer Aufwand. Für die hygienische Reinigung von Oberflächen gibt es desinfizierende Tücher, deren keimtötende Wirkung wissenschaftlich bestätigt wurde. Eine einzige Anwendung tötet 99,9 Prozent schädlicher Krankheitserreger ab. Sogar hartnäckige Grippeerreger haben keine Chance. An die Wand montierbare Spender oder flexibel auf die Empfangstheke und Schreibtische platzierbare Dosen stellen zuverlässig sicher, dass sich die Tücher jederzeit in Reichweite befinden und auch wirklich benutzt werden.    

Praxishygiene: Spendersysteme für Desinfektionsmittel

Nicht zuletzt steht und fällt die Hygiene in Arztpraxen mit der persönlichen Hygiene der Beschäftigten. Bereits regelmäßiges Händewaschen mit Seife schützt effektiv vor der Weitergabe oder der Ansteckung mit Krankheiten. Denn über die Hände werden die meisten Keime weitergegeben.

Wirklich hygienisch ist Händewaschen aber nur dann, wenn diese Bedingungen eingehalten werden:

  • Mindestens 30 Sekunden lang Finger und Handflächen mit Wasser und Seife reinigen.
  • Die Fingerzwischenräume, den Daumen und die Fingernägel nicht vergessen.
  • Seife anschließend gut abspülen.

Doch gerade in Situationen, in denen es schnell gehen muss, haben Ärzte und ihre Mitarbeiter nicht immer die nötigen 30 Sekunden, um ihre Hände zu säubern. Daher sind für eine nachhaltige Hygiene in der Arztpraxis überdies Spendersysteme mit Desinfektionsmitteln unverzichtbar. Ihre Wirkung geht um ein Vielfaches über die des Händwaschens hinaus. Hände einreiben. Kurz einwirken lassen. Fertig. 

Die enthaltenen desinfizierenden Gels sollten in den folgenden Situationen zum Einsatz kommen:

  • Vor dem Kontakt mit dem Patienten.
  • Vor aseptischen Tätigkeiten.
  • Nach dem Kontakt mit ansteckendem Material wie Binden oder Verbänden.
  • Nach dem direkten Kontakt mit dem Patienten.
  • Nach Kontakt mit Oberflächen in der Nähe eines Patienten. 

Patienten aktiv in die Hygiene in der Arztpraxis einbeziehen

Meist sind die Spendersysteme mit Handdesinfektionsmitteln allerdings nur für das Personal und die Ärzteschaft erreichbar. „Empfehlenswert wäre es, auch den Patienten die desinfizierenden Gels an bestimmten Punkten zur Verfügung zu stellen. Am besten bereits im Empfangsbereich“, rät Hygiene-Experte Sven Jäschke. „Erfolgt die Handdesinfektion vor dem eigentlichen Betreten der Arztpraxis, wirkt das sehr effektiv der Streuung von Keimen entgegen. Ein anderer wichtiger Platz für einen Spender mit Handdesinfektionsmitteln ist die Ausgangstür des Wartezimmers. Desinfizieren sich Patienten die Hände, unmittelbar bevor sie das Behandlungszimmer betreten, gelangen auch in diese Räume weniger Keime.“

Jäschkes Tipp:  Die Spender mit Desinfektionsmitteln an möglichst auffälliger Stelle anbringen. Sie sollten in verschiedenen Räumen gut sichtbar in etwa 1,20 Meter Höhe neben der Tür platziert sein. Logisch: Fallen die Spender gut ins Auge, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie genutzt werden.

Hygiene in der Arztpraxis: Die richtige Benutzung von Desinfektionsmitteln

Inhaber von Arztpraxen sollten allerdings darauf achten, ausschließlich Produkte einzusetzen, die die Haut nicht reizen. Dann werden auch hartnäckige Handdesinfektionsverweigerer im Personal und unter den Patienten gerne zum Wiederholungstäter. Moderne Handdesinfektionsmittel trocknen die Haut nämlich nicht aus, sondern verfügen über rückfettende und pflegende Inhaltsstoffe. Nach jedem Desinfizieren ist die Haut der Hände gepflegter und fühlt sich angenehm entspannt an. Davon will man gerne mehr.

Sie fragen sich, wie wir Sie bei dem Thema Hygiene in der Arztpraxis unterstützen können? Wir haben vielfältige Lösungen, die Sie zum Ziel bringen. Wir beraten Sie gerne. Kontaktieren Sie uns! 

10. September 2019