Unternehmenskultur: Laune auf dem Tiefpunkt

Unternehmenskultur: Laune auf dem Tiefpunkt
Veröffentlicht in: Gesundheit
Von Sonja Dietz
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Unternehmenskultur: Laune auf dem Tiefpunkt

Die Stimmung ist bescheiden in deutschen Büros: Ein großer Teil der Arbeitnehmer hat innerlich gekündigt, weil die Unternehmenskultur mies ist. Arbeitgeber verlieren so Millionen, wie Studien belegen. Denn motivierte Mitarbeiter sind wichtig für die Innovationskraft.  

Unternehmenskultur: Viele machen nur noch Dienst nach Vorschrift

Drei von vier Beschäftigten machen Dienst nach Vorschrift. Das ist das Ergebnis des Gallup Engagement Index. Für die Wertschöpfung eines Unternehmens ist das Gift. Nach jüngsten Berechnungen verursacht die innere Kündigung von Mitarbeitern einen jährlichen volkswirtschaftlichen Schaden von 103 Milliarden Euro. Logisch. Wer nicht für seinen Arbeitgeber „brennt“, ist weniger produktiv, bringt keine Ideen ein und wagt nichts Neues. So kommen Unternehmen nicht voran.  

Doch womit steht und fällt die Begeisterung von Mitarbeitern? Auch dieser Frage ging die Managementberatung Gallup nach. Unter Arbeitnehmern herrscht weitgehend Einigkeit, dass die Unternehmenskultur den Ausschlag gibt, ob ein Mitarbeiter motiviert und begeistert seinen täglichen To Do‘s nachgeht. 

Was zeichnet eine gute Unternehmenskultur konkret aus?

Was eine gute Unternehmenskultur konkret auszeichnet? Hier bringt widerum der Fehlzeiten Report des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) Licht ins Dunkel. Für ihn wurden rund 2.000 Beschäftigte im Alter von 16 bis 65 Jahren befragt. Demzufolge zahlt vor allem eines positiv auf die Unternehmenskultur ein: Wertschätzung. 

Die Erhebung beinhaltet einen zweiten interesannten Punkt: Mangelnde Wertschätzung wirkt sich nicht allein auf die Motivation der Arbeitnehmer aus, sondern auch auf deren Gesundheit. Auslöser ist meist der auf der Arbeit erlebte Stress. Dieser wird umso stärker empfunden, wenn es mit der Mitarbeiterzufriedenheit hakt. So ist die Krankheitsquote bei den Arbeitnehmern, die mit ihrer Unternehmenskultur unzufrieden sind, dreimal höher.  

Betriebliches Gesundheitsmanagement zahlt auf die Unternehmenskultur ein

Diese Aspekte machen das betriebliche Gesundheitsmanagement zu einem wesentlichen Faktor, der zur Verbesserung der Unternehmenskultur beitragen kann. Sven Jäschke,Country Manager Nordic, Central &Eastern Europe bei GOJO Industries, rät Arbeitgebern sogar, dieses bei der Ausarbeitung eines Maßnahmenkatalogs an erste Stelle zu setzen. Aus gutem Grund: Es ist leicht umsetzbar und bringt schnell spürbare Effekte, die rasch Kosten senken, weil Mitarbeiter seltener ausfallen. Außerdem bietet es Arbeitgebern die Möglichkeit, die von Mitarbeitern eingeforderte Wertschätzung auszudrücken. 

Denn: „Unternehmen, die sichtbar in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter investieren, zeigen, dass sie das Wohlergehen ihrer Arbeitnehmer zu ihrer persönlichen Angelegenheit machen - das motiviert“, betont Jäschke. Während vielen Entscheidungsträgern bei dem Stichwort Betriebliches Gesundheitsmanagement allerdings nur kostenintensive Maßnahmen in den Sinn kommen - ein eigener betrieblicher Fitnessraum, teure Wellnessangebote oder die betriebseigene Sauna -, gibt Jäschke Entwarnung. Arbeitgeber könnten hier in kleineren Dimensionen denken. 

Kleine Maßnahmen, große Wirkung

„Es zahlt schon auf die Gesundheit ein, wenn Arbeitgeber die Überstunden ihrer Mitarbeiter im Blick haben und dafür Sorge tragen, dass diese nicht überhandnehmen. Das wirkt sich positiv auf die Work Life Balance aus und reduziert Stress“, rät Jäschke. „Auch das Einhalten von Pausen trägt zu mehr Wohlbefinden bei. Insofern spricht nichts gegen regelmäßige Abstecher der Kollegen in die Kaffeeküche. Im Gegenteil. Noch besser ist allerdings der Gang um den Block, weil man dann Frischluft tankt und besser regeneriert.“

Gleichzeitig können Arbeitgeber mit ein paar Vorkehrungen dafür Sorge tragen, dass weniger krankheitserregende Keime im Büro die Runde machen. Auch das wird sich positiv auf die Unternehmenskultur auswirken, ist Jäschke überzeugt. Wer seltener mit Unwohlsein zu kämpfen habe, fühle sich schließlich fitter und sei besser gelaunt.  

Krankheitsprävention – eine einfache Sache 

Bedenken sollten Arbeitgeber dabei vor allem, wie leicht Keime in Nasszellen von Mitarbeiter zu Mitarbeiter übertragen werden können. „Ein Großteil der Krankheiten wird über die Hände übertragen. Im Schnitt wäscht allerdings jeder Vierte nach dem Toilettengang diese nicht. Wer sie wäscht, wäscht sie oft nicht lang genug. Das trifft fast auf die Hälfte aller Männer und Frauen zu“, so Jäschke. So bleiben Keime an den Händen haften und werden von Mitarbeitern im gesamten Gebäude verteilt. 

Jäschkes Tipp: „Lassen Sie die Keime im Waschraum – mit einem einfachen Trick: Wenn ein Händedesinfektionsspender das Letzte ist, was Ihre Mitarbeiter vor dem Verlassen des Waschraums sehen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie ihn benutzen. Denn das Prozedere geht deutlich schneller als Händewaschen. Besonders wenn es sich um ein modernes berührungsloses System handelt, dürfte das Interesse groß sein. Die meisten werden nämlich wissen wollen, wie es funktioniert und probieren es aus.“ Gleichzeitig setze der Arbeitgeber mit einem gut sichtbar angebrachten Handhygienesystem auch optisch ein Statement, dass er sich um das Wohlbefinden seiner Mitarbeiter kümmert. 

Dass das tatsächlich funktioniert, belegt eine Studie des Handhygienespezialisten GOJO. Sie wies in Betrieben mit konsequentem Handhygiene-Programm einen Rückgang krankheitsbedingter Fehlzeiten um bis zu 13 Prozent nach. Anmerkung: Natürlich sind die angesprochenen Maßnahmen nicht der Weisheit letzter Schluss, wenn es darum geht, eine angeknackste Unternehmenskultur aufzubauen. Aber sie sind ein erster Schritt in die richtige Richtung, dem aber noch zwingend weitere folgen müssen.

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7. Juni 2019
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